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Daten rund um den Leonhardsplatz

Am 19 März 1950 wird die Leonhardskirche wieder feierlich eingeweiht.

Am 23. April 1954 wird nach einem Jahr Bauzeit das Gustav Siegle Haus wieder eröffnet. Die Renovierungskosten betrugen 1,3 Millionen DM.

Die Vereinigten Hüttenwerke weichen in den 70er Jahren dem Schwabenzentrum dessen Fertigstellung Anfang 1980 fertiggestellt wurde.

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Geschichte und Geschichten, Leonhardsbunker

 Im Rahmen des Führersofortprogrammes wurde dieser Bunker im November 1940 in Angriff genommen. Am 31. März 1941 wurde der Bunker als baufertig gemeldet. Er hatte damit eine Bauzeit von gerade mal 4 Monaten. Bei diesen Arbeiten wurden die Reste des mittelalterlichen Friedhofes um die Leonhardskiche beseitigt. Eine Lüftungsanlage und ein Telefon wurden in den darauffolgenden Monaten eingebaut. 
Nach den schweren Luftangriffen im Juli 1944 wurde der Leonhardsbunker als Stützpunkt von BDM Gruppen aus Stuttgart benutzt. Die Mädchen wurden hier einquartiert, damit sie einen kurzen Weg zu ihrem Einsatzgebiet für das Aufräumen in der Innenstadt hatten.

Nachkriegszeit

Am Ende des Krieges wurde der Bunker sehr schnell  von Prostituierten des sich rund um die Leonhardskirche entwickelnde Vergnügungbetriebes genutzt. Sie nutzten die Bunkerräume sowohl für ihre gewerbliche Arbeit, als auch für ihre private Unterkunft. Die Abgeschiedenheit wurde aber auch als Ort für den Schwarzhandel genutzt. Der amerikanischen Militärregierung war dies ein Dorn im Auge. Sie wollte diesen Zustand so rasch wie möglich beenden und verfügte die Räumung. Die Militärregierung wünschte, dass in dem Bunker ein Hotel eröffnet wird. Da sich die Frauen aber keine andere Unterkunft beschaffen konnten, zog sich die Räumung über mehrere Monate hin. 

Die Amerikaner wollten, nach den guten Erfahrungen mit dem Hotel unter dem Marktplatz ein weiteres Hotel in einem Bunker eröffnet sehen. Das Tiefbauamt begnügte sich für diesen Personenkreis eine andere Unterkunft zu finden. Auf massiven Druck der Militärregierung wurde der Bunker dann am 16. 11.1946 geräumt.  Zum 15. Januar 1947 sollte der Leonhardsbunker an Bruno Dossmann und seine Frau verpachtet werden. Da aber noch keine näheren Daten über den Pächter vorlagen, wurden entsprechend Erkundigungen eingezogen. Dossmann war gelernter Hotelkonditor und 10 Jahre im Ausland tätig. Er war am  15.4.1945 in städtische Dienste eingetreten, nach dem er eine Kriegsverwundung erlitten hatte. Auf Befehl der Militärregierung wurde Dossmann am 31.8. 1945 aus städtischen Diensten entlassen worden und nahm im Bunkerhotel am Marktplatz eine Stelle als Empfangschef an. Der Vertrag für den Leonhardsbunker dürfte am 1.6.1947 in Kraft getreten sein. Die Pacht für den Bunker betrug 500 RM je Monat,  Es wurde eine dreimonatige Kündigungsfrist festgelegt. Das Hotel hatte 24 Zimmer mit 16 Einzelzimmern und 8 Doppelzimmer. Bereits kurz nach der Eröffnung muss es Beschwerden über die hygienischen Zustände gegeben haben da das Gesundheit eine Hygieneüberprüfung durchführte. Vermutlich wurde aus diesen Gründen das Pachtverhältnis sehr schnell wieder beendet. Die Prostituierten dürften wieder eingezogen sein. Laut Zeugenberichten, soll in diesem Hotelbetrieb auch noch 1948 der vorherige Zustand weiter geherrscht haben.
Das Gebiet um die Leonhardskirche war weiterhin ein Schwerpunkt der Prostitution in Stuttgart. Der Dekan Lindner, zuständig für die Leonhardskirche, beschwerte sich regelmäßig jeden Montag beim Polizeirevier 1 über das unsittliche Treiben um den Leonhardsbunker. Die Revierführer hielten im eines Tages entgegen: Eine Streife hätte den 1. Stadtpfarrer beobachtet, wie er mit seinem Auto um den Leonhardsplatz fuhr, eine junge Prostituierte zu sich ins Auto gebeten hatte und davongefahren ist. Was könne er als Dekan zu dieser Situation sagen. Danach hörten die Beschwerden auf.*

Heute ist der Bunker an Bands als Probenräume vermietet.

*Quelle: Rudi Langenbacher, 1.Leiter des Dezernats für Prostitution)

Bilder vom Bunker


 Der ehemalige Pächter des Bunkers


Die Lüftungstechnik auch heute noch unverändert vorhanden